Konzertankündigung Laura

Aura auf dem Sofa und der Bühne

Hier und heute kommt einmal ein Konzerttipp aus und für Leipzig.
Laura Hempel trägt die Aura nicht nur schon im Namen, sondern bringt sie auch auf die Bühne. Irgendwo zwischen Artistik, Musical, Performance und Konzert wird sie sich bewegen, wenn sie heute auf der Bühne im Theater der Jungen Welt steht.

Eine gute Gelegenheit, Euch Laura vorzustellen.

Portrait Laura

 

 

 

 

 

Du spielst viele Instrumente. Du bist Performance-Künstlerin und singst. Gibt Dir das die Möglichkeit, selbst über die Stücke zu bestimmen, unabhängig von Anderen zu sein, und wie wichtig ist Dir diese Kontrolle?

Akrobatik Seil

“Bei allem, was ich mache, geht es mir eigentlich nicht so sehr um Kontrolle, sondern um Qualität, Kreativität, Originalität und darum, dass ich selbst, aber auch das Publikum maximal Spaß haben. Natürlich muss man das, was man auf der Bühne tut, in irgendeiner Form ‘beherrschen’, aber ehrlich gesagt fühle ich mich bei allem, was ich tue, immer wieder am Anfang. Jeder Auftritt ist wieder neu. Immer suche ich mir wieder eine Aufgabe, an der ich feilen will.

Viel wichtiger als Kontrolle ist am Anfang auch das ‘Fließenlassen’ und herauszufinden, was einem liegt und wirklich steht, worin man gut ist, wo man als Projektionsfläche dient und wo nicht so.”

Diese Vielseitigkeit ist Lauras Markenzeichen. Es würde ihr wohl nicht gerecht werden, sie “nur” als Singer/Songwriterin zu bezeichnen.

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“Grundsätzlich war ich schon immer wissensdurstig in alle Richtungen. Ich wäre gern eine Vampirin, denn dann hätte ich Zeit für alle Musikintrumente, Sprachen, Theaterstücke, Enzyklopädien, Museen, Filme, Bücher, Youtubevideos dieser Welt. Am Ende muss ich mich für das wichtigste entscheiden, ausprobieren, aussortieren und reflektieren, wofür es auf der Bühne reicht und wofür nicht. So habe ich in verschiedenen Projekten ganz bestimmte Funktionen. Mal autarke Sängerin am Klavier, mal Moderatorin für Porsche und dann wieder für die eigene Veranstaltung ‘Bei Hempels aufm Sofa’, mal Comédienne für den WDR, die Helene Fischer, Adele und Lana del Rey verarscht, mal Tänzerin im Video einer befreundeten Songwriterin und dann wieder selbst als Songwriterin und Frontfrau meiner eigenen Musik.”

Auf der Bühne steht sie heute mit ihrem Soloprojekt Laura. Das Album, das sie unter diesem Namen veröffentlich hat, heißt “Weiter”.

Weiter albumcover

 

 

 

 

 

 

 

Die Musik selbst ist elektronisch und Beat getragen, der Gesang aber sanft und poppig und bildet so einen Gegensatz zum Rest.

Live ist Laura musikalisch heute im Theater der jungen Welt zu sehen.

Und am 7.12. noch einmal im Horns Erben mit einem ganz anderen Programm: Es heißt Bei Hempels aufm Sofa. Da ist sie Sängerin und Moderatorin. Sie lädt andere KünstlerInnen auf das rote Sofa des Horns zum Gespräch ein und das Mikro ist offen für Auftritte mit eigenen und Coversongs.

Termine:

  • 6.11.2016 70 jähriges Jubiläum im Theater der Jungen Welt mit Musik von LAURA
  • 7.12.2016 20 Uhr, Bei Hempels aufm Sofa

 


 

 

 

 

Buchempfehlungen

Heute habe ich gleich zwei Buchtipps:

1. Play Gender

Hg. v. Fiona Sara Schmidt, Torsten Nagel und Jonas Engelmann

Der Interviewband beschreibt im Gespräch mit MusikerInnen und AktivistInnen wie sich linke, feministische Theorie und Haltung in der Praxis darstellen. Die Interviews ermöglichen dabei eine Reflektion dessen, was die im Band Interviewten geschafft haben, mit ihren Werken oder Projekten. Sie bieten Einblicke in persönliche Erfahrungen der Interviewten und Gedanken zur Auswirkung von linken, feministischen Initiativen.

Das Thema mit Interviews zu bearbeiten, ist ein ganz großes Plus, weil es den direkten und unmittelbaren Austausch mit den AkteurInnen ermöglicht.

Brigitte Theissl hat auf ihrem Blog Denkwerkstatt eine umfangreiche Rezension geschrieben.

2. We were feminists once

Andi Zeisler

Andi Zeisler ist den meisten sicher als Gründerin des Bitch Magazins und als feministische Publizistin bekannt. In We were feminists once arbeitet sie die jüngere Geschichte des Feminismus in der Popkultur auf. Sie beschreibt die Entwicklung ausgehend von Riot Grrrl über die Spice Girls bis zu Beyoncé.

Auch wenn diese geradlinigen Bezüge nicht allzu neu erscheinen, ist das Buch aufgrund des kritischen und bissigen Blicks von Andi Zeisler auf jeden Fall empfehlenswert.

Eine Rezension und ein Gespräch mit Andi Zeisler  gibt es im Corso Magazin auf dradio.
Auf Arte lief eine Dokumentation, die auf ähnliche Weise die Geschichte des Feminismus erzählt und dabei fragt, welche Rolle die rosarote Welt von Mädchen dabei spielt.

Die Bücher habe ich auch in der Literaturliste hier im Blog aufgenommen.


 

 

Erdbeersalat zum Hören

Doctorella: “Ich will alles von Dir wissen”

Frei nach Hildegard Knef und in schönster, eleganter Chanson-Tradition muss es dieses Wochenende heißen:

Für Dich soll es rote Erdbeeren regnen.

Das Pop-Chanson-Quintett Doctorella blitzte am Freitag mit ihrem zweiten Album auf. Es heißt “Ich will alles von Dir wissen” und darf das von den Doctorella-Frontfrauen Sandra und Kerstin Grether gegründete Label Bohemian Strawberry einweihen.

Das Label mit Fokus auf female artists und als Netzwerk aufgebaut, ist ein weiterer Schritt von Doctorella, um Musikerinnen auf die Bühnen und in die Musikpresse zu holen.

Dabei sind die Lieder auf “Ich will alles von Dir wissen” über nicht süßlich, trotz aller chansonesken Melodien, vor denen es kein Entrinnen gibt. Die Single “Du bist immer noch mein Idol” feiert zum Beispiel den Schmerz des aussichtslosen Anhimmelns zu erbarmungslos-stoischem Schlagzeug und trauriger Trompete.


 

Artikel: Die Rollen von Interviewerinnen

Zwischen Fragenstellerin und Stellvertreterin des Publikums

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Es gab etwas zu Feiern zum Wochenende:
Die Veröffentlichung des Jubiläumsbandes Fachkommunikation im Fokus – Paradigmen, Positionen, Perspektiven” zum Thema Fachsprachenkommunikation. Über 1000 Seiten ist der Band dick, 40 davon habe ich beitragen dürfen. Es geht um die Rolle der Interviewerin: Zwischen Fragen stellen und Information erfragen bis zur Stellvertreterin des Publikums und gleichberechtigten Diskutanten.


 

 

Interviewvorstellung #33: Laurie Penny im Neon Magazin

No means No – Gegenargumente galore

Lasst uns heute mal PR im Interview machen. Im Neon-Magazin gab es ein Interview mit Laurie Penny. Die Autorin ist ja eine hervorragende und sehr engagierte Rednerin mit sehr klaren und starken Aussagen. Was ließe sich also besser nutzen als ein Interview, um ihr die Gelegenheit zu geben, diese Aussagen an das Publikum zu bringen. 

Das ist überhaupt nicht ketzerisch gemeint, sondern freut mich im Falle von Laurie Penny einfach. Im Übrigen ist das Interview, das Meredith Haaf für Neon 8/2015 geführt hat, ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Gast und Interviewerin in Good-Cop-Bad-Cop-Manier die Bälle zuspielen. 

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