self-titled – Interview mit ¡son turistas! über ihr Album

 ¡Son Turistas! sind ein Hamburger Quartett. Uli Himstedt, Henrik Demcker Ankerstjerne Schimkus texten, singen und spielen Gitarre, Carl-John Hoffmann und Thomas von Volt sind am Bass bzw. Schlagzeug für den Rhythmus verantwortlich. Am 24. Juli ist ihr Debütalbum erschienen.

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Nach Urlaub und sonnigem Surfpop klingt es zwar nicht, sondern nach Singer/ Songwriter-Rock. Trotzdem drängt sich mir als übergeordnetes Thema, das die elf Lieder verbindet, das Reisen auf.

Warum das so ist, kann ich Henrik, Uli und Thomas im Interview erklären. Und sie erklären mir dafür, was dahinter steckt.

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Zur Autorisierung eines Interviews mit Martin Walser

Im Zweifel für den Interviewgast

Zur Autorisierung des Walser-Interviews in der Basler Zeitung.

Ein Freund schickte mir diese Woche diesen Link zu einem Text über ein Interview mit Martin Walser. Nicht zum Interview selbst. Denn das ist nicht erschienen. Durfte nicht erscheinen, weil der Schriftsteller zu Auschwitz gefragt wurde, weil er sich zu Haider geäußert hatte oder weil seine Brauen zu buschig sind. Vielleicht war der Grund auch ein ganz anderer. Ich weiß es nicht und dem Text nach zu schließen, die beiden Interviewer ebenso wenig. Wenn man ihnen aber glauben darf, haben sie sich bemüht, die Veröffentlichung nicht scheitern zu lassen. Eine Autorisierung des Interviews haben sie nicht erreicht.

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Interviewvorstellung #18: Miss Platnum auf Wetteristimmer.de

Frisch (Aus)Gepresst – Der Interviewgast

Der Interviewgast ist eine Zitrone… denn er will ausgequetscht werden. Zumindest kann man bei manchen Interviews den Eindruck bekommen, dass der Interviewer das denkt. Wie das aussieht und ob das gutgeht, möchte ich mal an einem Interview aus dem Wetter – Magazin für Musik und Text – zeigen. Es ist ein Interview mit Miss Platnum.
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Zunächst geht es um die musikalische Arbeit von Miss Platnum und das aktuelle Album Glück und Benzin. Entsprechend ist die Gesprächshaltung des Interviewers Sascha Ehlert auf das Du, auf die Gesprächspartnerin ausgerichtet. Das zeigt sich in erster Linie daran, dass seine Fragen genau das sind, nämlich Fragen. In der ersten Hälfte des Interviews taucht nicht eine weiterführende, ergänzende Bemerkung auf. Stattdessen sind es solche oder ähnliche Fragen:

“Gibt es denn irgendwelche Songwriter-Regeln, die du tatsächlich verfolgst?”

 

“Hattest du damals schon das Ziel, Popmusik zu machen?”

“Dein Studienplatz für Romanistik, der war auch in Berlin, oder?

 

Bist du eigentlich mal irgendwann für länger aus der Stadt herausgekommen?”

 

Sie haben nicht nur das Du in der Formulierung, sondern fragen auch persönliche Dinge wie Vergangenheit oder Vorlieben ab.
Nun könnte jemand sagen: Naja, aber es ist ja die Aufgabe des Interviewers, Fragen zu stellen. Klar unbedingt. Aber wer solche Fragen stellt, muss sich bewusst sein, dass er dem Interviewgast einiges abverlangt. Informationen nämlich. Wer von seiner Vergangenheit, seinem Privatleben oder seinem Arbeitsprozess erzählt, gibt Einiges von sich preis. Natürlich wissen die Gäste, dass sie dafür beim Interview sind. Und trotzdem ist es eine Art Geschenk, das sie mit den Einblicken machen.
Und der Interviewer, was gibt er? In dem Fall nicht viel mehr als eine Öffentlichkeit. Er selbst bleibt ja im Hintergrund. Er offenbart sich kaum. Über ihn erfährt das Publikum (fast) nichts.
Das steht übrigens im bemerkenswerten Gegensatz zu der Einleitung grade dieses Interviews. Da wird der Interviewer zunächst ziemlich sichtbar – mit Hund und Taxifahrt. Allerdings sind das wiederum Informationen, die für das Interview, naja sagen wir mal zweitrangig sind und vor allem über den Interviewer nicht viel aussagen, außer dass er auch irgendwie m Text vorkommen will, aber nicht mit eigenen Gedanken und inhaltlichen Beiträgen.
Autsch, das klingt ganz schön hart. Darf es auch, denn die zweite Hälfte des Interviews zeigt ja, wie es läuft, wenn der Interviewer sich auch ein wenig einbringt.
Allerdings ist da das Thema auch ein ganz anderes: Über die die Gegensätze in Miss Platnums Liedern sind die beiden inzwischen auf die Gegensätze von Frauen und Männern und von da aufs Flirtverhalten gekommen. Vielleicht fühlt sich Sascha Ehlert in dem Thema heimischer und sicherer, auf jeden Fall wechselt er jetzt häufiger von der Frageform zur Satzform und bringt eigene Gedanken und Beobachtungen an.

“Ich würde mich da ja selbst auch gar nicht raus nehmen, aber wenn ich so überlege, bekommt das mit dem Flirten in meinem Freundeskreis tatsächlich kaum jemand ohne Alkohol auf die Reihe. Glaubst du, deutsche Männer sind irgendwie verklemmt?”

 

“Alice Schwarzer würde nun aufjaulen. Sie würde vielleicht sagen: Das ist sie wieder, die schwache Frau, die unbedingt erobert werden will.”

 

“Zumindest kann auch ich, wenn ich tatsächlich ehrlich zu mir selbst bin, ein Urteil darüber fällen, ob ein Mann irgendwie attraktiv wirkt oder nicht.”

 

“Unsere Branche, die Musik-Industrie, wirkt trotzdem häufig noch ziemlich Ego-getrieben, findest du nicht? Diese Welt ist zwar sehr tolerant, aber viele klassische Alphatiere gibt es in ihr trotzdem noch.”

Daraus entwickelt sich nun viel eher ein Gespräch aus Rede und Gegenrede als das am Anfang des Interviews der Fall war. Es ist aber mit Sicherheit die empfehlenswertere Herangehensweise. Die Dynamik, die sich daraus ergibt, ist weit spannender (auch und vor allem für das Publikum) als ein reines Frage-Antwort-Spiel. Und die Interviewgäste sind auch dankbar, wenn sie nicht als Zitrone herhalten müssen. Sie reden gerne brauchen dafür aber den Input. Bei den Interviews über Interviews habe ich immer wieder gehört, dass die Bands Interviews vor allem dann schätzen, wenn sie sie zum nachdenken bringen. Um dafür die richtigen Fragen zu stellen (oder Bemerkungen zu machen) muss der Interviewer sich aber erst einmal selbst Gedanken gemacht haben. Ansonsten fragt er nur und die (gedankliche) Arbeit machen die Gäste.


 

 

Für mehr Differenzierung in der Beschreibung der Interviewgäste

Mut zur Nische.

Für mehr Differenzierung in der Beschreibung der Interviewgäste

Mit wem kann man eigentlich so Interviews führen? Mit Bands, mit Musikern und Musikerinnen, mit Schauspielern und Schauspielerinnen, mit Künstlern und Künstlerinnen….

Diagramm Interviewgäste

Als ich letztens Interviews analysiert habe für zwei Artikel (einen für die GfPM, den anderen für einen Band zur Fachtextforschung), habe ich versucht, die Gruppe der Interviewgäste möglichst vergleichbar und homogen zu gestalten. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen: Gar nicht so einfach mit der Einheitlichkeit. Klar, Musiker und Musikerinnen sind eine ganz besondere Spezies und die Interviews mit denen sind anders als die mit Gästen aus der Politik oder Wirtschaft. Das zeigt Hallers Unterteilung in Interviews mit Experten, Politikern… und Künstlern. Lassen wir mal beiseite, dass nicht alle Kunstschaffenden “bizarre Persönlichkeiten” sind, wie er das schreibt. Weiterlesen

Interviewvorstellung #17: Sabine Minninger auf kaput-mag.com

Ach, ich wollte hier eigentlich schon länger mal ein Interview aus dem Kaput-Mag vorstellen. Das Magazin wurde vor einigen Monaten von Linus Volkmann und Thomas Venker gegründet, der eine oder die andere kennt die beiden vielleicht noch von der Intro. Das Kaput-Mag trägt zwar den Untertitel Magazin für Insolvenz & Pop, ist aber auch Heimat vieler wirklich guter und engagierter Interviews. Eines ist das mit Sabine Minninger, Referentin für Klimapolitik bei Brot für die Welt.

 

Kaput-mag
Engagiertes Interview?
Auf jeden Fall. Das zeigt schon die Länge des Interviews. Während sich die Musikmagazine mit durchschnittlich 16 Fragen begnügt sind es hier 55. Weiterlesen