Soybomb – Plastic Festival

Soybomb

Cover Soybomb Hund im HinterhofWer hats erfunden? Die Schweizer… Na gut, das wäre dann vielleicht ein wenig viel der Ehre. Das Gitarrenpop-Genre haben die drei Zürcher Soybomb nicht (neu) erfunden. Auch nicht den Postrock, den Garage-Rock oder den Synthpop nicht. Aber auf ihrer Debüt-EP Plastic Festival fügen sie alle zu einem sehr spannenden Mix zusammen. Wo “Part of me is you” noch ein wenig zu sehr nach jungenhaft-kitschigen Liebeslied klingt, schreit “Plastic Festival”: “Hier nimm mich als Sommer-Festival-Hit für die Dancefloor-Kids”. Der Song hat einem Refrain, für den Mando Diao oder The Kills killen würden: Garagen-Rock-Riffs zum Claim eines jeden Sommers -
“These are the most valuable days of our lives”. 

Und dann kommen noch “Tried to warn you“ und “Go and get healed” um die Ecke und lässt das Trio noch mal mindestens 10 Jahre altern. Synthiesounds-Pop, der sich dem Moment verschreibt und Augenblicke einfriert, auf dass man sich in ihnen verliere. Keine Spur mehr von Ironie und Überschwang. Zuerst… am Ende dann brechen die Gitarren über die Songs herein. Eine kleine Wundertüte sind Soybomb. Da könnte noch mehr kommen. In der Schweiz sind die ersten Lobeshymnen der Kritikerinnen und des Publikums schon gesungen. Sicher nicht nur wegen ihres Gitarristen Beda Mächler, der als Singer-Songwriter auch solo unterwegs ist. 


  • Interview mit Gitarrist Beda Mächler – eine kleine Vorstellung.

 

Die EP auf Youtube

Interviewvorstellung #37: Käptn Peng bei Deutschlandradio Corso

Hat sie das noch nie jemand gefragt?

Na das fängt ja gut an. Anja Buchmann wandelt auf recht dünnem Eis, aber das sehr souverän und gekonnt. Dünn ist das Eis deshalb, weil sie Robert Gwisdek aka Käptn Peng im Interview bei Corso nach der Bedeutung seiner Texte fragt. Und es gehört schon ein wenig Mut oder guter Glauben dazu, danach zu fragen, wer oder was das Peng ist.

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Sandra Hüller: Kiez-Interview

Kiez-Interview

Ich habe angefangen, dieses Interview zu lesen, wegen des Leipzig-Bezugs. Und ich bin dabei geblieben wegen des …. Leipzig-Bezugs. In dem Interview wird ein eigentlich simples Thema möglichst anschaulich für Nicht-Betroffene erklärt: in diesem Fall Leipzig und die Wendezeit. Die Schauspielerin Sandra Hüller erzählt, warum sie wieder in Leipzig lebt und wie sie die Stadt erlebt.
Und so habe ich einmal die Gelegenheit zu erfahren, wie es wirkt, wenn man auf der Seite der Betroffenen des Interviewthemas steht: Es ist erst einmal merkwürdig. Sandra Hüller scheint es ähnlich zu gehen, sie geht nämlich auf Distanz und sagt:

Ich habe Angst, dass wir uns in das Thema verbeißen

oder

Ich finde es ja interessant, dass wir immer noch über die DDR reden müssen.

Aber man beginnt auch zu verstehen, dass es Leute gibt, denen man die Sicht der Betroffenen so direkt vermitteln muss. als eine Art vVerständigung zwischen A und B.
Und spätestens ab da macht das Interview so wunderbar Sinn. Am Anfang erschließt sich das Ziel des Interviews nicht so wirklich. Oder warum muss ich mit einer Schauspielerin über 25 Jahre nach dem Mauerfall noch über die Wende reden? Am Ende ist es aber ein sehr schönes Interview über Leipzig und die Vergangenheit, das ich mit meinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken abgleichen kann. Ich fühle mich bei meiner eigenen Rückschau ertappt.


La Tourette – The Great Mickey Mouse Swindle

La Tourette – The Great Mickey Mouse Swindle

Bandfoto LaTouretteMickey Mouse ist eine Lüge. Sie verkörpert Moral, das Gute und Anständige. Alles, was verdorben und niederträchtig ist, ist nicht in ihr. Das ist in den Panzerknackern. Diese Polarität ist fern jeder Realität. Die Realität hat verschwommene Grenzen. Die Realität hat La Tourette. Hier treffen HipHop-Beats auf düster-kräftigen Gesang. Rumba-Rhythmen auf menschliche Abgründe.
Diese Vielfalt und auch Widersprüche sind die Stärke von La Tourette, sowohl textlich als auch im Klavierspiel von Tonia Reeh. Zusammen mit Rudi Fischerlehner am Schlagzeug lassen sie sich von afrikanisch-tribaler Musik, von Jazz und HipHop inspirieren, überführen die Einflüsse in Rock und heraus kommt das sehr gute Album The Great Mickey Mouse Swindle. Es ist diese Woche auf Solaris Empire erschienen.


Konzert-Tipp: My Sister Grenadine und Der Empfindliche Hund

My sister loves to folk

Wer hat gesagt, dass im Alltag keine Poesie liegt? Gurken schneiden, Haare kämmen, Koffer packen… unter dem Vergrößerungsglas des kindlichen und liebevoll-unschuldigen Blickes von My Sister Grenadine ist das ach so bezaubernd. Das Duo von Frieda Gawenda und Vincenz Kokot hat die schönsten Folk-Melodien und ein oder zwei neue Lieder eingepackt und startet nach Jahren wieder zu einer Tour. Das Wohnzimmer heute heißt Horns Erben.

Horns Erben: Arndstraße 33
20:00
Tickets: 10,00/8,00€