Blogparade Lieblingsinterview 2014

Blogparade: Lieblingsinterview 2014

Ja, wenn Ihr denkt, der Dezember ist vorbei und die Listen sind gesetzt, dann muss ich Euch enttäuschen. Es gibt noch mehr als die Alben des Jahres, Singles des Jahres oder KünstlerInnen des Jahres, die man in favorisierter Reihenfolge bringen kann. Interviews nämlich. Auf den Gedanken bin ich gekommen, als ich in der Galore das Interview mit Farin Urlaub gelesen habe. Ein kleines Deja-vu klopfte an meinen Kopf und bat darum, noch einmal in den Archiven von Flux.fm zu stöbern. Und richtig, da war Farin Urlaub auch zu Gast und einige Themen plobbten genauso auf wie in der Galore. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, beide Interviews nebeneinander zu legen und zu vergleichen, zumal beide spannend und interessant sind. Auf die Gründe möchte ich gar nicht noch mal eingehen. Die könnt Ihr gerne noch einmal in der Interviewvorstellung nachlesen.

Mich würde interessieren, ob Euch solche Interviews oder Momente mit Interviews im vergangenen Jahr auch begegnet sind. Habt Ihr auch Interviews geführt oder gelesen, die Euch berührt, belustigt, beschäftigt haben? Mehr als andere.
Dann freue ich mich, wenn Ihr die Interviews kurz vorstellt und begründet, warum sie Euch so in Erinnerung geblieben sind. In Form einer kleinen Blogparade könnt Ihr mir die Texte schicken und ich poste sie hier. Zusätzlich könnt Ihr sie in Eurem Blog posten und ich verlinke dann noch einmal auf ein Text.
Den Anfang macht Inga Beißwänger. Sie arbeitet als musikbegeisterte Lektorin. Sie stellt ein Interview mit Markus Kavka vor:

Mein Lieblingsinterview 2014: Akademische Popmusik mit Promi-Faktor

Markus Kavka in der „Neue Westfälische“: „Ich könnte auch Fußballjournalist sein“. Der Musikexperte und Moderator ist Pop-Dozent an der Uni Paderborn

Warum ich dieses Interview mag? Nun, zunächst einmal bin ich wohl gleich doppelt vorbelastet: Zum einen habe ich einst auch „Populäre Musik und Medien“ an der Uni Paderborn studiert. Zum anderen war und ist Markus Kavka der Held meiner popmusikalischen Sozialisation, der mich mit seinen Musik-TV-Sendungen wie „2Rock“ auf den richtigen Weg brachte. Wenn ich mir vorstelle, dass nun Markus Kavka durch dieselben Gänge wandelt und ewig vor dem Fahrstuhl wartet, um nach H8, das achte Stockwerk, zu kommen … hach.

Zurück zum Thema und der Frage, was ich an diesem Interview gut finde. Nun, zum einen scheint sich der/die InterviewerIn mit Musikvideos und der Geschichte des Musikfernsehens auszukennen und verpackt dieses Wissen in interessante Fragen wie: „Haben Sie auf Ihrer Fernbedienung noch VIVA programmiert?“ Sie/er hätte ja auch einfach fragen können, ob Markus Kavka noch VIVA schaut oder wie er VIVA heute findet. Auch die Frage nach der Erinnerung an „echtes Musikfernsehen“ impliziert, dass es dieses einst gegeben haben muss. Außerdem erhalten die LeserInnen die wichtige Info, wie Kavka überhaupt an die Uni kam. Und ein wenig persönlich darf’s auch noch sein – etwa, wenn Kavka erzählt, dass seine Eltern nun der Meinung sind, dass aus ihrem Sohn doch noch etwas geworden ist, jetzt, da er an der Uni lehrt.

Apropos: Die Tatsache, dass Popmusik nun ein akademisches Fach ist, finde ich erfreulich – spiegelt dieses Tatsache doch wider, welchen Stellenwert die einst so verschriene „U-Musik“ (Adorno lässt grüßen …) heute für viele Menschen hat. Die Aufwertung der Popmusik Info steckt natürlich auch im Interview.

Ein kleiner Kritikpunkt zum Schluss: „ Ab 2002/03 konnte man schon langsam dabei zugucken, wie das [Musikfernsehen] allmählich aus der Mode kommt“, so Kavka. An dieser Stelle wäre es schön gewesen, wenn die/der InterviewerIn nachgehakt und nach den Gründen für den Niedergang des Musikfernsehens gefragt hätte. Denn Kavkas Antwort könnte man so verstehen, als ob vor allem die ZuschauerInnen daran „Schuld“ seien. Jedoch gibt es auch Gründe auf Seiten der Sender. Dies detailliert herauszuarbeiten wäre wahrscheinlich zu viel für ein Tageszeitungsinterview gewesen. Aber eine kurze Erwähnung hätte ich wünschenswert gefunden.

So viel dazu und von mir. Hamma wieder was gelernt, wie Kavka sagen würde ;).


Blog von Inga Beißwänger: blog.dasgepflegtewort.de
Homepage von Inga Beißwänger: autorin-inga-beisswaenger.de
Das Interview mit Markus Kavka in der Neuen Westfälischen

 

4 thoughts on “Blogparade Lieblingsinterview 2014

  1. Hallo,
    bei dieser interessanten Aktion mache ich doch gerne mit. Mein Lieblingsinterview 2014 habe ich mit einer jungen Autorin geführt, die lange in Libyen gelebt hat. Ihr Buch „Ich ritt Gaddafis Pferde ist eine Autobiografie“, in der man viel über Land und Leute erfährt. In dem Interview erzählt sie über ihre Motivation nach Libyen zu gehen und über den Umgang mit Tieren dort.
    http://lesen.abs-textandmore.de/?p=2413
    Ich fand es sehr beeindruckend, was eine junge Frau sich so alles zutraut.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  2. Von Nicola Jansen erreichte mich noch ein Lieblingsinterview. Es geht noch einmal um Tiere und die ethische Verantwortung, die wir im Umgang mit Ihnen haben.
    Es ist ein Interview im Spiegel. Geführt haben es die RedakteurInnen Romain Leick und Elke Schnitter.
    Sehr schön zu sehen ist wie sie eine Gegenposition zu Frau Sezgin vertreten, um Spannung in das Gespräch zu bringen. Danke Nicola, für die Interview-Empfehlung.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-124838668.html

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