Findus ohne Hunger

Findus für Interviews über Interviews

vor ziemlich genau einer Woche habe ich Findus zum Interview über Interviews getroffen. Ich habe mich an diese Werbung erinnert gefühlt. Sie ist für einen Schokoriegel und der/die/das Catchphrase geht so: “… Du bist nicht Du selbst, wenn Du Hunger hast”.

Denn wie so oft bin ich in die Vor-Konzert-Routine geplatzt. Vor-Konzert-Routine heißt: Planen, Telefonieren, noch schnell einen Geburtstagsgruß für Clara ins Handy singen und essen. Und vor allem Letzteres ist ganz wichtig. Denn der Sänger Lüam erklärt mir, dass er echt Hunger habe und wenn er jetzt nichts essen könne, sondern erst ganz kurz vorm Konzert und ganz schnell, dann wäre er unleidig. Das erklärt er mir aber auch erst, nachdem er dreimal gefragt hat, ob das wirklich klar geht, wenn er jetzt beim Interview isst, weil das ja unhöflich wäre.

Warum ich das so in aller Ausführlichkeit schreibe? Weil  mich das beschäftig hat. Es ist mir schon einmal passiert, dass eine Band ungefähr 10 Minuten Zeit hatte und wirklich etwas essen musste. Ich habe das Interview nicht geführt. Weil das auch unhöflich gewesen wäre – der Band die letzten freien 10 Minuten zu klauen. An so einer Stelle wird Touren bestimmt zur sehr harten Arbeit.
Mit Findus war es nicht so extrem. Eigentlich war es sogar sehr entspannt. Denn da Lüam ja essen konnte, war er auch gutgelaunt. Aber er erzählt auch, dass es durchaus vorkommen kann, dass er mit den Gedanken schon beim Konzert ist oder noch beim Soundcheck.

Ein Interview ist also genau dann entspannt, wenn man als Interviewerin das Glück hat, in einen gern genutzten Freiraum zu rutschen, der sonst Leerraum wäre. Und das ist eben Glück. Der Zeitplan auf Tour lässt sich nicht planen. Das fängt beim vereinbarten Zeitpunkt an: Man sollte halt zur verabredeten Zeit da sein und einkalkulieren, dass man warten muss.
Das Gespräch mit Fundus hat mir gezeigt, dass es unter Anderem Glückssache ist, ob das Interview vorm Konzert eine gute Wahl ist. Es ist aber auch immer den Versuch wert. Denn wenn bei den Konzertvorbereitungen alles geklappt hat und noch Zeit ist, ist die Gesprächsatmosphäre denkbar günstig: Die GesprächspartnerInnen sind schon leicht auf Adrenalin und sie haben ohnehin nichts Besseres zu tun. Und genau so lief das Gespräch dann auch.

 

 

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