Intervieworstellung #16: Chris Köver auf femtastics.com

Das Interview als Frage.

das Logo von femtastics.com

Seit dem 11. Mai gibt es fentastics.com. In diesen kurzen zwei Wochen hat sich das online-Magazin mit den Interviews, in denen unterschiedlichste Frauen mit ihrem Berufen und Visionen vorgestellt werden, in mein Herz gegroovt.

Grund genug, das Magazin anhand eines Interviews vorzustellen.

“Bitte stellen Sie sich doch einmal kurz vor.” … “Ach, das ist ja interessant, wie ist das denn so?”
Das ist das Konzept von femtastics. Das Magazin wurde von Lisa van Houtem, Katharina Charpian und Anna Weilberg, drei Hamburger Journalistinnen gegründet.

Es stellt Frauen vor – starke Frauen, intelligente, zweifelnde, witzige, traurige, entschlossene, begeisterte und begeisternde Frauen. Es sind ihre Berufe und Visionen, die sie zu all dem machen und wie könnte man sie besser vorstellen, als wenn man die Frauen selbst darüber sprechen lässt, in Interviews.

Deswegen stehen die Interviews von femtastics ganz im Zeichen der Frage. Es sind einfache Fragen nach dem Wie und Wo, dem Wann und Warum. Es sind aber Fragen voller Neugierde.

Da wird die Stewardess gefragt, ob es sie verändert, wenn sie die Uniform anzieht.

Die Anwältin wird gefragt, ob das Jura-Studium wirklich so hart ist wie man denkt.

Über diese scheinbar so simplen Fragen kommen die Gesprächspartnerinnen ins Gespräch. Ganz nebenbei demontieren sie dabei Klischees über Alltägliches (wie eben Anwältinnen) und holen es dahin zurück, wo es hingehört, nämlich auf den Boden und in den Alltag. Anwältinnen sind eben keine gefühlskalten Karrieremaschinen, wie sie in manchen Serien zu sehen sind. Und Stewardessen sind keine Jet-Set-Models mit Kaffeewagen.

Die Interviews auf femtastics.com sind keine Show-Gespräche. Sie sind noch nicht einmal Diskussion und Austausch. Hier gibt es wirklich diese unterschiedlichen Rollenverteilung von der interessierten, fragenden Interviewerin und der Interviewten, die gerne erzählt und Auskunft gibt.

Das Konzept funktioniert auch im Gespräch mit Chris Köver vom Missy Magazine. Gleich die erste Frage ist so einfach wie grundlegend:

“Was war die Idee hinter Eurer Crowdfunding-Kampagne ‘Mehr Missy’?

Es ist eine typische Erzähl-doch-mal-Frage. Und Chris erzählt. Gleichzeitig ist das Ziel der Frage so konkret, dass sie direkt antworten kann und nicht von einem Zuviel an Antwortmöglichkeiten überfordert ist. Bei einer Frageformulierung wie z.B. “Erzähl doch mal von Eurer Crowdfunding-Kampagne”, hätte das passieren können und die Antwort hätte sein können: “Puh, wo soll ich da anfangen”. Ist aber nicht der Fall und so tasten sie sich Chris Köver von der konkreten Kampagne beim Missy Magazine zur generellen Situation im Magazinjournalismus und zur Finanzierung vor.

Das Interview zeigt, dass sich auch in nur wenigen Fragen interessante Aspekte pointiert darstellen lassen.

Gleichzeitig schafft es das Interview, auf ein spannendes Projekt aufmerksam zu machen und das wunderbare Missy Magazine wieder ins Gespräch zu bringen.


 

 

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