Interviewvorstellung #11: Thees Uhlmann bei der BamS

Der Alltag im Thema – Thees Uhlmann bei der BamS

Das muss wohl der Preis des Ruhms sein: Die BamS fragt für ein Interview an. Gerne auch bei Thees Uhlmann. Ich sage gerne: Es ist sehr amüsant zu lesen.

Scrabble mit den Worten Thema und Alltag
So bastelt man sich ein Interviewthema zusammen

Es ist so einfach. Ein Thema wie “Rockstars als Väter” kann sich eigentlich jede ausdenken. Und die möglichen Interviewpartner sind damit auch bestimmt. Rockende Väter halt. Ausgerechnet die BILD (genauer: die Bild am Sonntag) hat nun nach diesem Rezept ein sehr sympathisches Interview gebacken. Naja, eigentlich gar nicht “ausgerechnet”. Wenn nicht die BILD, wer sonst. Denn immerhin ist die Basis des Interviewrezepts die Schlichtheit.

Die Alltäglichkeit macht das Thema zugänglich, der Alltag den Interviewpartner zum Experten und die Bekanntheit des Interviewpartners das Interview glamourös. Dieses einfache Rezept verleitet natürlich dazu, relativ intuitiv und entsprechend zusammenhanglos Fragen vorzubereiten. Wenn sie einfach abgespult werden, wird sich natürlich nicht wirklich ein Gespräch entwickeln. Um das zu vermeiden, ist aber auch ein wenig Recherche nötig, denn bei Themen wie Vater-Sein wird es naturgemäß etwas privater. Das bedeutet natürlich immer eine Gratwanderung zwischen Oberflächlichkeit und Voyeurismus.

Und so sehr Thees Uhlmann Buddy ist, so sehr versucht er auch, seine Tochter aus dem Musiker-Dasein raus zu halten. Das fordert von Dorothee Apel und Christoph Hülskötter ein wenig mehr Recherche, um die Frage nach der Trennung zu stellen. Umso schöner, dass man dann erfährt, wie Thees Uhlmann mit seiner Tochter darüber spricht.

Weit weniger – beziehungsweise gar keine – Recherche braucht es für die Frage “tragen Sie beim Fahrradfahren jetzt einen Helm, wenn Ihre Tochter dabei ist?” Gut ist sie trotzdem, weil direkt aus dem Alltag und konkret, also mit hohem Identifikationspotential. In dieser Zwickmühle haben wir doch alle schon einmal gesteckt. An den Antworten auf diese einfachen Entscheidungsträgern zeigt sich die Einstellung zur Erziehung viel besser, als in der ausuferndsten Diskussion über repressive oder antiautoritäre Erziehung.

Die Frage ist deshalb besser als die anderen, wie:

“Was ist die gravierendste Veränderung als Vater?”

Oder

“Fühlt sich das Vater-Sein so an wie Sie es sich vorgestellt haben?”.

Dass auch hier die Antworten eine andere Seite eines hinlänglich bekannten Interviewpartners offenbaren, liegt zuerst einmal am Thema. Aber das ist ja legitim und will auch erst einmal gefunden sein.

 

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