Interviewvorstellung #14: 7 Tage… Roadies

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Das Doku-Format 7 Tage im ndr will Einblick geben, vorstellen, zeigen… und geht dabei mitunter entsprechend unvoreingenommen an das Thema heran, um nicht zu sagen: naiv. Genau das ist der Grund, warum ich heute eine Folge der Reihe vorstelle. Die Folge 7 Tage… Roadies. Die Folge hatte ich ja vor kurzen im Zusammenhang mit naiven Fragen schon einmal erwähnt.

Die Folge zeigt auf wunderbare Weise, was ein Interview leisten kann – weil die Sendung keines ist, sondern eine Reportage.
Sie liefert weniger die Sicht der Rowdies sondern zuerst Interpretationen. Sie zeigt das Tourleben gefiltert durch das Auge des Reporters und Fans Tobias. Er geht mit Jupiter Jones auf Tour und spricht im Off und klärt erst einmal die Wissensbasis. Die besteht zu großen Teilen aus eher klischeehaften Plattitüden: Being on the Road, Sex Drugs and Rock’n’Roll und ganz viel Wirklich – das WIRKLICHE Tourleben, der WIRKLICHE Rock’n’Roll Lifestyle usw.

Auch die Vorstellung, dass der Backstage-Bereich ein Märchenschloss wäre, kann nur von jemanden kommen, der noch nie einen gesehen hat. Und so zeigt Tobias dem Publikum Räume mit dreckigen Sitzecken und Postern an der Wand.

Was die begleiteten Roadies denken, erfahren wir erst einmal nicht.

Dafür ist zwischendurch immer mal wieder in kleinen Gesprächsfetzen Zeit… oder eben nicht richtig. Es sind Ausschnitte aus Gesprächen, die gezeigt werden. Es ist ja eine Reportage und kein Interview. Entsprechend sehen wir kein durchgängiges Gespräch. Einzelne Antworten (mitunter auch die Fragen) werden gezeigt. Sie wiederholen, was Tobias vorher gesagt hat. Oder umgekehrt: Tobias sagt, was später im O-Ton belegt wird. Er arbeitet viel mit suggestiven Fragen: “Hättest Du gedacht, dass…?”, “Geht Dir nicht auf die Nerven, dass…?”.

Im Interview bliebe Zeit für Nachfragen: “Was passiert, wenn man als Roadie zu sehr Fan der Band ist?”, “Wolltest du wirklich nie selber auf der Bühne stehen?”, “Was machst Du, wenn der Rücken keine Nightliner-Kojen mehr erträgt?”.

Hier in der Reportage ist dafür kein Platz.

Tobias begibt sich in die Rolle des absoluten Neulings, der noch nie eine Gitarre in der Hand gehabt hat, der nie einen Backstageraum gesehen hat. Als Reporter ist auch genau das seine Aufgabe. Das Pendant für das Interview wäre ein sehr naives Abfragen von Fakten: “Erzähl doch mal, was Ihr so macht?”

Im Interview käme damit kein Gespräch zustande und es wäre wohl sehr ermüdend, dem zu folgen. Im Interview möchten wir einen Roadie kennen lernen, ihn erzählen lassen, wie er zu dem Beruf gekommen ist, welche Tourmomente die besten waren und welche Band ihn warum am meisten beeindruckt hat.

In der Reportage aber nehmen wir Tobias’ Sicht an. Wir bekommen ein Bild des Roadies, zusammengesetzt aus den Interpretationen, die Tobias uns mitgibt: Roadies sind immer unterwegs, das ist anstrengend, Ruhm kannst und darfst Du nicht erwarten, aber man steht das als Familie zusammen durch.

PS: Heute, am 29.März 2015 kommt eine Folge der Serie. 7 Tage… Femen


 

Die Folge 7 Tage… Roadies im ndr

7 Tage  im ndr

Über naive Fragen bei peterfrau.de

 

 

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