Interviewvorstellung 3: Eine Zeitreise mit Kid Kopphausen.

Das Jetzt schaut zurück auf die Zukunft

Erst im letzten Teil des Interviews weicht die Zurückgelehntheit der beiden einer euphorischen Aufbruchsstimmung. Es geht darum, dass das Album geil ist, dass die Tour spannend werden wird und dass sie für kommende Projekte viel gelernt haben.

Es ist klar, warum Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen Kid Kopphausen nicht „Projekt“ nennen, sondern „Band“. Weil da noch Platz für vieles ist – nur nicht für Temporäres. „Supergroup“ steht in der Überschrift des Interviews und das klingt nach noch mindestens 50 Jahren. Nach Rolling Stones oder mindestens Oasis. Diese Euphorie, die es dafür braucht, bricht aus den letzten Antworten von Kid Kopphausen heraus. Da springen plötzlich über und überschlagen sich… gar nichts. Nichts bricht heraus, springt über oder überschlägt sich. Es sind ebenso ruhige und konzentrierte Antworten wie zuvor.

Der Blick aus der Zukunft schlägt mir ein Schnippchen. Denn ich weiß ja, dass die Pläne, die die beiden vielleicht noch gar nicht hatten, sich nun nicht mehr verwirklichen lassen. Das lässt mich das Interview anders lesen. Und das ist, was keine andere Darstellungsform schafft: Eine Person festhalten. Jeder Text – und sei es ein noch so intimer Nachruf oder ein noch so bestechendes Portrait – es bleibt der Text der Autorin. Es zeigt ihre Sicht, Einstellung und Wahrnehmung. Nur beim Interview ist auch die Person Autorin, die dargestellt werden soll und zeigt deren Sicht, Einstellung und Wahrnehmung.

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