Interviewvorstellung 6: Die eine falsche Frage bei Moses Pelham.

Wollen Sie sehen, was passieren kann, wenn man im Interview die eine falsche Frage stellt?

Dann hier ein Vergleich:

Ein HipHopper – Ein Thema – 2 Interviews, einmal mit und einmal ohne falsche Frage.

Der HipHopper ist Moses Pelham, das Thema ist Abmahnung und die Interviews sind Plus und Minus, Jing und Jang, Metal und Jazz.

yin und yan
Zwei wie Metal und Jazz. ©Esquelas

Ohne die eine falsche Frage, reagiert Moses Pelham auf das Thema Abmahnung wie bei Planetinterview.de (von Nicola Jansen)

Du bist Mitbegründer von DigiProtect, einer Firma die auch Abmahnungen verschickt an Leute, die sich illegal Musik runtergeladen haben. Ist die juristische Verfolgung von Musikfans wirklich eine hilfreiche Methode beim Kampf gegen Musikpiraterie?

Pelham: Das größte Problem ist tatsächlich das illegale Verbreiten von Musik. Hier hat sich gerade so ein Gefühl bei einigen Menschen verfestigt, dass Musik – entgegen des Leitsatzes der GEMA – keinen Wert hat. Ich denke, dass darunter nicht nur die Industrie leidet, sondern das ist auch ein Nachteil für die Gesellschaft. Leute, die damit prahlen, dass sie 20.000 Alben digital auf der Festplatte haben, können dir doch nicht sagen, was da im Einzelnen drauf ist! Wie sollte sich denn dieser Jemand ernsthaft mit den 20.000 Alben beschäftigen können? Da geht es doch nur um den reinen Sammlertrieb, was für uns Künstler fast Hohn ist. Solche Leute schaden sich selbst und nehmen sich etwas weg. Klar ist auf jeden Fall, dass es für uns Musiker eine Katastrophe ist und etwas unternommen werden muss. DigiProtect ist eine solche Unternehmung.

Eine klare Äußerung, der zwar vielleicht nicht alle zustimmen würden, die aber eine akzeptable Meinungsäußerung ist.

Bei laut.de (von Ulf Kubanke) geht die Reaktion so:

Siehst du denn einen Widerspruch darin, dass ein Musiker wie du einerseits zu Recht eine Galionsfigur für ein ganzes Genre ist, einer Kultur, die als Subkultur von der Straße kommt. Aber gleichzeitig ist man auch der einzige Künstler europaweit, der ein Geschäftsmodell daraus macht (Moses Pelham ist Mitbegründer und Mehrheitseigner der Firma Digiprotect, die illegale Downloads verfolgt; Anm. d. Red.), seine eigene potentielle Kundschaft abzumahnen, statt Scheiben zu produzieren. Wie würdest du dieses Bild denn interpretieren?

 

Ich glaube, dass du einfach keine Ahnung hast, wovon du redest.

Ich möchte gar nicht Recht behalten, sondern fokussiere zugespitzt über einen Eindruck, der in der Öffentlichkeit entstehen kann. Auf der einen Seite ist man Künstler. Auf der anderen Seite betreibt man ne umstrittene Abmahnfirma, die auch nicht nur gute Schlagzeilen gemacht hat.

(tobend) Was? Was ist denn ne Abmahnfirma, he??

Das war meine Frage an dich.

(insistierend) Nenene, erklär mir mal, was wir da machen?

Irgendwie auch eine Meinungsäußerung, aber eine, die eher ins Nachmittagsprogramm von RTL gehört.

Und hier ist die Frage, die den Unterschied ausmacht:

One thought on “Interviewvorstellung 6: Die eine falsche Frage bei Moses Pelham.

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