Tempi Passati – Der teuflische Plan

Tempi Passati – Der teuflische Plan

Tempi Passati sitzen im Cafe
Tempi Passati (TP)

Tempi Passati haben am 31.8. ihr viertes Album veröffentlicht. „Der teuflische Plan“ heißt es und dass es schon das vierte Album der Band ist, zeigt, dass die vier Musiker keine Newcomer mehr sind.
Der Sänger und Texter der Band ist Raik Hessel, in der Leipziger Musikszene schon seit den 1990ern aktiv. Er ist auch die treibende Kraft der Band.

Continue reading „Tempi Passati – Der teuflische Plan“

Interview über Interviews mit: Mrs. Pepstein

>>Mrs. Pepstein<<

„Interviews, die Ihr nur macht, um ein Interview zu machen, könnt Ihr Euch sparen.“

 

Mrs Pepstein

Mrs. Pepstein ist eine Macht an den Reglern und am Mikro. Sie ist Radiomoderatorin, DJane, Interviewerin oder auch einfach: Gastgeberin für Künstlerinnen und Bands. Ihr zweiter Name ist nicht etwa Katja Röckel – den hat sie sich nur für den Personalausweis zugelegt – sondern Netzwerk. Durch ihre journalistische Arbeit hat sie Kontakte zu Bands und Künstlerinnen geknüpft. Neben der Tatsache, dass sie diese Künstlerinnen schätzt, ist eine gemeisname Liebe zum Feminismus dafür eine gute Basis. In Leipzig lädt sie regelmäßig zur Interviewsendung Mrs. Pepsteins Welt auf Radio Blau ein. Lesetipp dazu: Hot Topic, ein Band über neue Ansätze des Feminismus im Pop.

Continue reading „Interview über Interviews mit: Mrs. Pepstein“

Zeitzeugen-Gespräche

4 Schwestern

Es sind die einzelnen, akzentfreien deutschen Wörter, die Ruth Elias zwischen ihr akzentgefärbtes Englisch schiebt: Selbsterhaltung, Leichenhalle, fröhlich…

Sie lassen einen beim Zuhören zusammenzucken. Denn sie offenbaren mindestens genauso viel wie die Erzählung selbst.

Die Erzählung von nackten Füßen bei Minusgraden. Vom heißen Wasser, das mit dem Euphenismus Suppe bedacht wurde. Das Baby, die Spritze… Ruth Elias ist eine der vier Holocaust-Überlebenden, die Claude Lanzmann zusammen mit Emil Weiss für seine Dokumentationen interviewt hat. Interviewt? Naja, denen er zugehört hat. Denn das trifft es eher. Er fragt kaum. Spricht kaum. Lässt sprechen. Und das ist das einzig Richtige. 

Natürlich ist es leicht, bei einem Thema wie dem Holocaust zu berühren, aber so unangreiflich wie in der Gesprächsreihe „4 Schwestern“ lässt sich darüber nicht in der dritten Person berichten, nur in der ersten. Bei Claude Lanzmann sind die Tränen, die in den Augen blitzen und das Zittern der Lippen indirekt, bei Ruth Elias ist es unmittelbar. 

So ist hier nicht die Frage, ob das ein Interview ist oder nicht. „4 Schwestern“ zeigt die größte Stärke des Interviews: die Kraft des direkten Gesprächs. Und in diesem Fall ist es das wohl stärkste Argument gegen Unwörter wie Schuld-Kult.

Die Gespräche wurden im Rahmen des Drehs für Claude Lanzmanns Dokumentation „Shoah“ geführt und sind jetzt, anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocausts auf Arte.tv zu sehen.


 

 

 

Vampire Weekend

Eat Ghosts und TransCentury Festival – Vampire Weekend in Leipzig

Zwei Konzerte gibt es dieses Wochenende, auf die ich an dieser Stelle hinweisen will und ans Herz legen möchte. Entscheidet selbst, bei welchem Ihr Euer Wochenende verbringen wollt.
Foto mit der BandIn der Moritzbastei spielen Eat Ghosts mit Wucan. Eat Ghosts ist ein Quartett aus Potsdam. Die Band schafft es, schon im ersten Satz ihrer Homepage Dream Theater zu erwähnen und mich trotzdem nicht zu verlieren. Die erste Single ihres Debütalbums An Tie Go heißt „Fancy free“ und ist mitreissender, druckvoller Indie-Pop. Schade, dass sie zu spät erschienen ist, um ein Sommerhit zu werden. Catchy genug ist das Lied allemal, vor allem mit dem viertstimmigen acapella Gesang zu Beginn.

TranscenturyDie Konkurrenzveranstaltung läuft im UT Connewitz: Das unbedingt empfehlenswerte TransCentury Festival. Drei Abende, an denen gemischt wird, was schon längst mal hätte zusammengeführt werden sollen:
 Die vereinbaren Punkansätze von Thurston Moore und Olimpia Splendid. Die unwiderstehlichen Stimmen von Jane Weaver und Fun Fare. Und darüber schweben John Maus Kompositionen. Das Festival findet das zweite Mal statt und ähnlich wie beim Klanggut Festival gibt es auch beim Trans Century Videoinstallationen und Visual Arts mit dem Leipziger Kollektiv Wisp.