Katja Riemanns „Verweigerungs-Interview“ mit Hinnerk Baumgarten

Interviewgemetzel auf dem Roten Sofa?

Was muss ein Interview hierzulande tun, um wahrgenommen zu werden? Genau – schiefgehen muss es. Oder eventuell eine skandalöse Äußerung enthalten. Da Letzteres nahezu undenkbar ist, wähle ich mal Antwort A und schreibe über Hinnerk Baumgartens Interview mit Katja Riemann.

Und die 1-Millionen-Euro-Frage lautet hier auch nicht „Warum ging das Interview schief“.

Das ist eher die 50-Euro-Frage und die Antwort leicht zu geben: „Weil Katja Riemann keine Lust auf Hinnerk Baumgarten“.

Interessanter ist die Frage: Ist Katja Riemann damit zickig oder Hinnerk Baumgarten unfähig?

Tja – zu beiden ein verhaltenes „Ja“.

Denn Hinnerk Baumgarten hätte auch die 1-Millionen-Euro-Frage, die Goldene Frage des Interviewens (von der übrigens niemand sagen kann, wie sie lautet) stellen können – Katja Riemann hätte nicht anders reagiert. Das ist ihr gutes Recht, mag sie aber eben für den einen oder die andere auch schwierig machen.

Auf der anderen Seite war Hinnerk Baumgarten kilometerweit davon entfernt, die 1-Millionen-Euro-Frage zu stellen und dümpelte eher unterhalb der 500 Euro herum.

Das (Live-)Interview zeigt sich mit solchen (Aus)Fällen vor allem als das, was es ist: als öffentliche Kommunikation, die strengen Regeln (häufig auch vorherigen Absprachen)  und konkreten Erwartungen unterliegt. Wenn die nicht eingehalten werden und die Beziehungsebene nicht stimmt, geht die Kommunikation, also das Interview eben schief.

Im Zweifelsfrei ist beim Interview die Beziehung zwischen beiden GesprächspartnerInnen wichtiger als der Inhalt.

_______

Weil die Aufmerksamkeit der Medien so hoch war, hier ein Überblick über einige Beiträge:

Der Videoausschnitt auf Youtube

Stefan Niggemeier

In der Süddeutschen

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.