Quiet is the new loud

CD-Vorstellung: Quiet Company – Transgressor

Quiet Company sind für Superlative nicht gemacht. Das Trio aus Texas ist weder die neue Hoffnung noch die Rettung des Rocks. Aber nicht, weil sie nicht gut genug wären oder nicht die nötige Klasse hätten. Sie sind schlicht zu unprätentiös. Oder würde man allen Ernstes jemanden als Überflieger bezeichnen wollen, der zu sanfter Gitarrenbegleitung singt:

“I say with all the confidence I have: If your feet are getting tired, I can take you on my back. … Darling, I will never get enough of your kindness, of your laughter, of your love”.

Zugegeben, das Lied “Kindness” ist mit das ruhigste, was Quiet Company auf ihrem vierten Album “Transgressor” zu bieten haben, aber selbst das gehetzte und Rhythmus-getriebene “Seven hells” hat nicht so viel mit der Coolness von Arctic Monkeys oder Franz Ferdinand zu tun, obwohl das Lied nach der Tanzfläche brüllt. Es sind aber die Texte von Sänger Taylor Muse, die die Lieder wieder auf die Erde holen. “Seven hells to hold you … Make Peace with all your demons” klingt eben nicht nach ultimativen Dancefloor-Smasher.

Hedonismus ist die Sache der Quiet Company nicht. Eher Texte, die vom Ich und von persönlichen Beziehungsszenen geprägt sind und von dichten Sounds unterschiedlicher Stimmung begleitet werden: mal von Weezer-esken Surfrock, mal von Klavier-basierten Folkpop a la Ben Folds oder von an Wilco erinnernden Gitarrenpop.
Zugegeben, da kommt einiges an unterschiedlichen Referenzen zusammen. Zusammengehalten wird das durch Taylor Muses mal melancholischen, mal leicht verzweifelten Gesang. Und eines haben auch die Referenzen gemeinsam: sie sind alle eher Nerds als breitbeinig, coole Lederhosen-Lads. In diese geerdeten Tradition können sich auch Quiet Company ganz gut einreihen.

Das Album erscheint am 11.9. beim Grand Hotel van Cleef.


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