Interview ist, wenn die Kamera läuft

Interview ist, wenn die Kamera läuft

kämpfende Hippos
Christoph Minhoff gegen die ARD ©nils rinaldi

Christoph Minhoff, ehemaliger Programmgeschäftsführer bei Phoenix und jetzt Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) streitet sich mit der ARD, genauer den tagesthemen. Und zwar darum, was noch zum Interview gehört und was ‚unter drei’ oder sonstwie nicht öffentlich ist.

Naturgemäß gibt es unterschiedliche Ansichten:

Zapp – auf der Medienseite – sagt (ab 4:04): „Ein Ex-Journalist im Clinch mit seinen Ex-Kollegen“

Jörg Forthmann – als Berater für Unternehmenskommunikation auf Seite der Wirtschaft – sagt: „Oft genug verabreden Journalist und Kameramann, dass nach dem vermeintlichen Interview noch die entscheidende Frage gestellt wird – und der Pressesprecher tappt gutgläubig in die Falle.

Zum Glück weiß das Hamburger Abendblatt, „Warum der Ex-Phoenix-Chef mit den ‚Tagesthemen’ streitet“

Empfehlung: Zapp-Beitrag zu Autorisierung

Legalize me:

- Empfehlung: Zapp-Beitrag zur Autorisierung -

Aus drei gegebenen Anlässen bitte hier eine Empfehlung zum Ansehen:

Anlass 1: Es ist ein Beitrag aus der aktuellen Zapp-Ausgabe

Anlass 2: Im Beitrag geht es um Autorisierung von Interviews  – ein Rückblick auf Fälle wie Lanz’ „nicht“ im Focus, Olaf Scholz’ geschwärztes Interview in der TAZ oder den „Parteivorsitzenden, der ‚gut’ autorisieren lässt“, so dass das Interviews hinterher „deutlich länger“ ist als vorher (Reiner Metzger, TAZ) …

Anlass 3: … ach ja und auf Fälle wie Till Schweiger – und das in der Woche des Hamburger Tatorts.

Bitteschön: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp6073.html

Wenn über Autorisierung gesprochen wird, dann sprechen wir ja in der Regel vom Politik- oder Wirtschaftsjournalismus.

Mich würde mal interessieren, welche Erfahrungen die lieben KollegInnen im Kultur- und speziell im Popjournalismus gemacht haben.

Ich selbst habe folgende Erfahrung gemacht: Wenn ich – standardmäßig – die Autorisierung angeboten habe, waren die Bands entweder überrascht und/oder dankbar. Bis auf ein paar stilistische Änderungen gab es kaum Anmerkungen.

Literaturaktualisierung

Anlässlich des Memos zur Autorisierung bei der New York Times, habe ich noch einmal im Archiv (auch als Internet und Dachboden bekannt) geschaut und die Literaturempfehlungen um die Zeitschrift Der Journalist erweitert.

Zu finden hier:

peterfrau.de/interview/literatur_interview

Im Der Journalist gibt es

  • Leitlinien für das Interview
  • das ABC des Interviews und
  • weiterführende Link zu Artikeln mit Darstellungen und Erfahrungsberichten zu Konfliktfällen der Autorisierung

Bei den Büchern habe ich noch das Buch mit letzten Gesprächen und Interviews von André Müller aufgenommen – diesem großartigen Interviewer. Er ist vergangenes Jahr verstorben.

  • Das Buch gibt es als Kindle-Edition
  • Außerdem gibt es eine Homepage mit einer umfangreichen Sammlung von Interviews mit André Müller.
  • Und ich habe dieses Videointerview mit André Müller über die Kunst des Interviewens gefunden.

Viel Spaß.

 

Keine Autorisierung mehr bei der New York Times

Ein Thema, das so alt ist wie der Stift, mit dem das erste Interview mitgeschrieben wurde: Soll ich der Interviewpartnerin das Transkript zur Autorisierung geben?

Die Chefredakteurin der New York Times  - Jill Abramson – greift es mit einer Änderung der Redaktionspolitik wieder auf. Ab sofort gibt es bei dem US-Leitmedium keine Autorisierung von Interviews mehr. Einen Artikel mit dem Wortlaut des Memos gibt es bei publiceditor.blogs.nytimes.com:

http://publiceditor.blogs.nytimes.com/2012/09/20/in-new-policy-the-times-forbids-after-the-fact-quote-approval/