Interview-Magazine

Heimatorte des Interviews.

Ich weiß, Interviews gibt es in jedem – und ich meine wirklich in jedem – Magazin. Weil es ja so einfach und Platz füllend ist. Und doch gibt es ein paar Institutionen, in denen man das Interview als gewinnbringendes Gespräch noch pflegt. Eine kleine Auswahl der Magazine, Sendungen, Seiten, die mich so oft begleiten… hier bitteschön: – Galore Interviews – Ideal MagazinPlanetinterview.deKaput – Magazin für Insolvenz & PopRegler rauf – Regler runter auf byte.fm – Flux.fm/Spreeblick Zwei Interviewformative stehen auf besondere Weise außen vor. Sie arbeiten spielerisch und künstlerisch mit dem Interview-Konzept: - Performative-interviews.com13-questions.com Das ist eine kleine Auswahl einiger Heimatorte des aparten Gesprächs. Vielleicht fallen Euch ja noch weitere ein? Immer her damit. Ich freue mich auf Anregungen.

Blogs 2015

Blogs 2015

Horst Wendt von Heytube.de hat mich netterweise angeschrieben und zu seiner Blogparade eingeladen.
Gesucht wird der Musikblog 2015. Wie fies ist das denn? Es gibt so viele gute Seiten: Byte.fm, dieses wunderbare Radio, das es geschafft hat, sich zur Institution zu machen, mit guten Interviews, Musiktips und hervorragenden Moderatoren und Moderatorinnen. Für den Sender spricht auch, dass unter ihnen etliche aus dem Musikkosmus sind, wie Klaus Walther, Frank Spilker und Oliver Stangl, aber auch die Geschwister Sandra Zettpunkt und Patrick Ziegelmüller. Da verbindet sich Kompetenz und Erfahrung mit unerschütterlichem Engagement und Einsatz, Studios und Konzertpräsentationen finanziert zu bekommen. Unterstützendswert ist deswegen der Verein Freunde von Byte.fm.

Apropos Konzerte: Es gibt Konzerttagebuch.de, dieses liebevoll geführte Tagebuch der Live-Erlebnisse des Jahres. Liebevoll, weil immer die komplette Setlist angehängt ist und der Auftritt umfangreich mit Fotos bebildert wird. Mal davon abgesehen, dass die Nachberichte ziemlich umfangreich und detailliert sind. Unbedingt bemerkenswert ist die Leidenschaft, mit der die Konzerte erst beobachtet und dann beschrieben werden.

Testspiel.de ist ein anderer Blog, der mir immer wieder gute Laune bereitet. Nicht nur die Mischung aus Pop-Gadgets und Beiträgen zu Musik ist spannend, sondern auch die Art zu schreiben. Der Humor der Schreiberinnen ist großartig, siehe zum Beispiel Beiträge über die Umtimate Fails 2014 oder alternative X-Mas-Mucke.

Achja, und an dieser Stelle möchte ich auch Roteraupe.de, einem Blog, der es leider nicht geschafft hat, gedenken. Nach 10 Jahren mussten die Macherinnen vor der Realität kapitulieren. Zu viel Zeit hat das Schreiben gekostet, zu wenig kam zurück.

Das sind nur ein paar Beispiele von Musikblogs, die es unbedingt verdient hätten, in der Blogparade nominiert zu werden. Entsprechend hat es mich ein wenig Kopfzerbrechen gekostet. Letztendlich habe ich mich aber für einen Blog entschieden, den ich regelmäßig konsultiere und der mir thematisch so nahe ist: Planetinterview.de. Die Kolleginnen machen im Prinzip das, was auch ich mir auf die Fahne geschrieben habe: Interviews mit unter anderen Schauspielern und Musikerinnen. Ich habe schon mehrmals auf Planetinterview.de hingewiesen und Interviews vorgestellt. Es sind umfangreiche und sehr lebhaft geführte Gespräche. Initiiert wurde Planetinterview.de 2000 von Jakob Buhre, Frank Wiegand und Stefan Lätzer. Mittlerweile ist die Redaktion um etliche freie Mitarbeiterinnen angewachsen.
Der Claim von Planetinterview.de geht übrigens so und ist der Grund für die Nominierung von mir:

Das Interview gehört zu den wertvollsten und spannendsten Genres im Journalismus, da es häufig mehr, ungefiltert und direkter über eine Person oder einen bestimmten Sachverhalt Auskunft gibt als andere Formen der Berichterstattung.

Zu lesen sind die Nominierungen hier.

Lou Reed, bitte schlage mich – über genervte Interviewte.

Wenn der Interviewte angefressen, aber glücklicherweise nicht größer als der Interviewer ist

Wenn ich mir raussuchen dürfte, wer mir Prügel androhen soll, dann wäre es vermutlich auch Lou Reed. Es ist vielleicht sogar so etwas wie eine Ehre, von Lou Reed angeraunzt zu werden.

Klaus Walter wurde diese fragwürdige Ehre zuteil. So erzählt er in der heutigen  Ausgabe des byte.fm Mixtapes. Der Meister Reed war wohl leicht angefressen wegen einer Frage, die Klaus Walter im Interview stellte: Ob sich Lou Reed denn als queerer Künstler sähe oder gesehen habe.

Was kann man da als InterviewerIn machen, wenn man – im Gegensatz zu Klaus Walter – nicht gerade einen Kopf größer und 20 Kilo schwer als der Interviewte ist? Nun, es ist offenbar die Reaktion eines Künstlers, der schon alles gefragt wurde – und das auch mehrfach. Folglich empfiehlt es sich, das Thema Sexualität in der Musik mal anders zu beleuchten und zu fragen, welche KünstlerInnen nach Reeds Meinung Sexualität überzeugend darstellen, warum Antony Hegarty vermutlich dazu gehört, welche Gefahren aber auch eine Übersexualisierung der Musik birgt.

Meiner Erfahrung nach wünschen sich Bands in Interviews nicht viel mehr als eine neue Herangehensweise an ein Thema, die auch die Bands überrascht und zum Nachdenken anregt. Das setzt natürlich eine umfangreiche Vorbereitung voraus und auch, sich mit den Menschen hinter den KünstlerInnen auseinander zu setzen.

Das zeigt sich immer wieder in den Interviews zu Interviews, aktuell und besonders in dem mit Herrenmagazin, das es demnächst hier gibt.

Die Sendung auf Byte.fm gibt es übrigens am Sonnabend Morgen 10:00 noch einmal.