Electric Acid – TrouperspHEARe

Heute möchte ich Euch mal wieder eine Band aus Leipzig vorstellen. Electric Acid haben eben ihr erstes Album „TrouperspHEARe“ veröffentlich – ein zusätzlicher Anlass. Dabei kam Richard als Gitarrist schon vor fünf Jahren in die Musikerrunde von Steffen am Schlagzeug, Thomas am Bass und Marc an der Orgel. Erst nach einem Auslandsaufenthalt gingen sie das Bandprojekt vor einer Weile erneut an. Zu viert suchten sie nach einer Sängerin. Es sollten keine so „hochsingende Rockröhre“ sein, wie man sie im Bluesrock oder Metal öfters hört, erzählt Richard:

„Wir lieben es als Band musikalisch ausladend zu sein, zu improvisieren, geheimnisvoll zu sein, mehrere Genre zu bedienen und um die Ecke zu denken. Genauso eine Sängerin suchten wir und fanden sie mit Annetts eher tiefen, mystischen und nicht sofort zugänglichen Gesang.“

Es sind in erster Linie Blues, Rock und Metal, die Electric Acid in ihrer Musik verbinden.  Richard erzählt, dass das nicht von ungefähr kommt:

„Blues Rock, aber eben auch Traditional und Chicago Blues spielen für meine Sozialisierung als Musikkonsument und Gitarrist eine riesen Rolle. Ich habe inspiriert durch den guten Musikgeschmack meiner Eltern bereits sehr früh Zugang zu Blues Musik gefunden. Der Einfluss von Delta-Bluesern wie Robert Johnson, Son House, Sonny Boy Williamson II und Chicago Bluesern wie Muddy Waters, Bo Diddley und Otis Spann auf mich war und ist enorm. 

Wenn man sich mit solchen Künstlern beschäftigt landet man unweigerlich irgendwann auch bei Blues Rockern wie Cream, Fleetwood Mac, Jimi Hendrix oder Canned Head. Hier ist Peter Greens Fleetwood Mac ohne Frage sehr prägend für mich, den ich zusammen mit Stevie Ray Vaughan und Ronnie Wood als die besten weißen Blues-Gitarristen empfinde.“ 

Annett ergänzt, dass sie auch von Ian Gillan von Deep Purple inspiriert wurde, was den Bogen zum Metal und Hardrock schließt. Seine Texte gerade auf den letzten Alben zeigten Spiritualität, meint sie. Genau diese Spiritualität findet sich auch in den Texten von Electric Acid wieder. So sehr sie sich musikalisch an den 1950ern, 1960ern und 1970ern orientieren, die textlichen Vorbilder liegen noch deutlich weiter in der Vergangenheit, beschreibt Annett: 

„Ich bin ein großer Fan von den Texten von Goethe. Er hat mich schon immer fasziniert, weil er ganze Gefühlswelten und Naturphänomene in kurze Passagen packen kann. Einige Texte sind daher tatsächlich an der Romantik orientiert. Ich verarbeite Gedanken und Erlebnisse und versuche sie in einem Text einzuordnen. Manchmal sind es einfach Wörter, die mir gefallen oder Sätze, die ich nicht vergesse und die mir in einer Situation wieder einfallen.“

Auch wenn sich hier in der Vorstellung nun so viele Referenzen finden, beschreiben sie „TrouperspHEARe“ doch sehr gut: In den Texten der acht Lieder finden sich häufig Bilder aus der Natur und aus der inneren Gefühlswelt gesungen mit Annetts dunkler Hardrock-Stimme und untermalt von Blues-Rock und Metal-Riffs. 

Electric Acid im Internet: