Moritz von Uslar “99 Fragen an”

Es gibt an dieser Stelle mal wieder eine dicke Buchempfehlung. Moritz von Uslar, bekannt aus der Zeit, der Süddeutschen und Tempo hat mit 99 Fragen an  in einem neuen Buch veröffentlicht – nach 100 Fragen an sein zweiter Interviewband. Ist jetzt auch hier bei den Buchempfehlungen zu finden.

Als wunderbare Einstimmung reich ich das Corso-Gespräch mit Moritz von Uslar auf dradio hinterher: Bitteschön. Ein vergnügliches… Interview, das eigentlich nur aus Zitaten rund um das Thema Interview besteht. Hier ein kleiner Auszug:

  1. Ist Interviewführung eine hohe Kunst oder tatsächlich einfach mal aus dem Ärmel zu geschüttelt?
  2. Wahre Vorbereitungsexzesse, um dann das recherchierte wieder zu vergessen. Denn das ist auch wichtig, um die wirklich frische Frage zu finden.
  3. Ich bin gar nicht so ein Originalitäts-Freund. Ich finde, dass die einfachen, lockeren Fragen die coolen sind.
  4. Es ist unvermeidbar, dass der Interviewte irritiert ist.
  5. Das Interview ist ein komplett künstlicher Moment und ein Interviewpartner ist dann gut, wenn er sich dieser Künstlichkeit bedienen und damit spielen kann.
  6. Die Frage muss so gut sein, dass ein „Ich weiß nicht“ als Antwort sie nicht schmälert. – Die Frage ist der Star, nicht die Antwort.
  7. Der Leser hat das Recht, einen gut gelaunten Interviewer anzutreffen.
  8. Es ist normal, dass man sich als Fragensteller schämt. Wenn man so einfache, oberflächliche Fragen stellt. Das ist unvermeidlich.
  9. Man muss seine Interviewpartner ein bisschen lieben.

 

Harald Martenstein will ein Interview mit Fragen

Harald Martenstein und Interviews

Harald Martenstein ist Kolumnist. Er ist das u.a. für die Zeit und deshalb sehr bekannt und beliebt. Deshalb wird er auch immer mal interviewt. Das Interview, über das er in seiner aktuellen Kolumne schreibt, ist allerdings besonders. Und ist es nicht. Es ist ein 4-minütiges Radiointerview und er soll dem Moderator die Antworten schon einmal vorher durchgeben. Vielleicht auch mit den Fragen als Stichpunkt-Geber. Das wäre das Beste.

Klar, dass Harald Martenstein diese gar nicht so seltene Herangehensweise an Interviews in seiner gewohnt lakonischen Art verarbeiten muss. Zu finden ist das Ergebnis im Zeit-Magazin.

 

 

Katja Riemanns „Verweigerungs-Interview“ mit Hinnerk Baumgarten

Interviewgemetzel auf dem Roten Sofa?

Was muss ein Interview hierzulande tun, um wahrgenommen zu werden? Genau – schiefgehen muss es. Oder eventuell eine skandalöse Äußerung enthalten. Da Letzteres nahezu undenkbar ist, wähle ich mal Antwort A und schreibe über Hinnerk Baumgartens Interview mit Katja Riemann.

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Interview ist, wenn die Kamera läuft

Interview ist, wenn die Kamera läuft

kämpfende Hippos
Christoph Minhoff gegen die ARD ©nils rinaldi

Christoph Minhoff, ehemaliger Programmgeschäftsführer bei Phoenix und jetzt Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) streitet sich mit der ARD, genauer den tagesthemen. Und zwar darum, was noch zum Interview gehört und was ‚unter drei’ oder sonstwie nicht öffentlich ist.

Naturgemäß gibt es unterschiedliche Ansichten:

Zapp – auf der Medienseite – sagt (ab 4:04): „Ein Ex-Journalist im Clinch mit seinen Ex-Kollegen“

Jörg Forthmann – als Berater für Unternehmenskommunikation auf Seite der Wirtschaft – sagt: „Oft genug verabreden Journalist und Kameramann, dass nach dem vermeintlichen Interview noch die entscheidende Frage gestellt wird – und der Pressesprecher tappt gutgläubig in die Falle.

Zum Glück weiß das Hamburger Abendblatt, „Warum der Ex-Phoenix-Chef mit den ‚Tagesthemen’ streitet“