Die Autorisierung: Vertrauensbildende Maßnahme oder Zensur

 Die Autorisierung: Vertrauensbildende Maßnahme oder Zensur

Drei Beiträge füllte ein nur halb erschienenes Interview auf Planetinterview.de. Halb erschienen deshalb, weil etliche Teile der Autorisierung zum Opfer fielen. Darauf veröffentlichte die Redaktion zusätzlich zum autorisierten Teil des Interviews einen Hinweis auf die umfangreichen Eingriffe, einen offen Brief an den Gesprächspartner und ein Kurzinterview mit Michael Haller zum Thema der Autorisierung.

Dieser Fall hat mich mal wieder über die Autorisierungspraxis im Allgemeinen und meine im Speziellen nachdenken lassen. Zwangsläufig läuft das irgendwie immer aktuelle Thema auf die Frage hinaus: Ab wann verkaufe ich meine journalistische Integrität? Die Interviewpartnerin stellt die Frage natürlich anders: Ab wann drehst Du mir nur das Wort im Munde rum?

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10 Meter Feldweg bei satt.org

Vor einer Weile hatte ich 10-Meter-Feldweg zum Interview getroffen. Und es war eine Premiere, denn es sind zwei Interviews daraus geworden. Zum ersten Mal habe ich mir zwei Themen gesetzt: Das erste war ein Interview über Interviews für die Serie. Das zweite Thema waren 15 Jahre Bandgeschichte und was sich in der Zeit im Musikgeschäft geändert hat.

Diesen Teil gibt’s jetzt bei satt.org zu lesen. Den ersten Teil wird es Ende des Jahres im zwoten Band zu Interviews über Interviews geben.

Die Rezension, von der Uli und Till im Interview sprechen, ist die Rezension auf Plattentests.de.

 

Vortrag zu Interviews über Interviews

Vortrag auf der 24. Jahrestagung des Arbeitskreises Studium populärer Musik

Vom 22. – 24.11. diskutieren wir in Gießen über das “typisch Deutsche” der Popmusik, ob es das überhaupt gibt und wenn, wie es aussieht.
Ich darf auf der Jahrestagung mein Projekt Interviews über Interviews vorstellen, in denen ich mit Bands über Interviews im Musikjournalismus spreche.

Ich packe schon mal die Interviews mit  Klee, Dirk von Lowtzwow, Frank Spilker, Locas in Love, 1000 Robota, Herrenmagazin ein und schmeiße die interessantesten Ergebnisse in eine Powerpoint.

Das Programm sagt folgendes: aspm.ni.lo-net2.de

Interviewvorstellung #8: Joan Armatrading in der taz.

Kreuzworträtsel ohne Lösungsseite.

Frühstückstisch mit Zeitung
Musik ist kein Kreuzworträtsel. ©Jay Wilson

Musik ist kein Kreuzworträtsel. Deswegen kann man auch nicht umblättern und die Lösung nachschlagen. Deswegen sollte man MusikerInnen auch nicht fragen: „Meintet Ihr das so und so?“. Was man stattdessen fragen kann und wie man dabei trotzdem auch über Musik reden kann, zeigt das Interview mit der britischen 

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Lou Reed, bitte schlage mich – über genervte Interviewte.

Wenn der Interviewte angefressen, aber glücklicherweise nicht größer als der Interviewer ist

Wenn ich mir raussuchen dürfte, wer mir Prügel androhen soll, dann wäre es vermutlich auch Lou Reed. Es ist vielleicht sogar so etwas wie eine Ehre, von Lou Reed angeraunzt zu werden.

Klaus Walter wurde diese fragwürdige Ehre zuteil. So erzählt er in der heutigen  Ausgabe des byte.fm Mixtapes. Der Meister Reed war wohl leicht angefressen wegen einer Frage, die Klaus Walter im Interview stellte: Ob sich Lou Reed denn als queerer Künstler sähe oder gesehen habe.

Was kann man da als InterviewerIn machen, wenn man – im Gegensatz zu Klaus Walter – nicht gerade einen Kopf größer und 20 Kilo schwer als der Interviewte ist? Nun, es ist offenbar die Reaktion eines Künstlers, der schon alles gefragt wurde – und das auch mehrfach. Folglich empfiehlt es sich, das Thema Sexualität in der Musik mal anders zu beleuchten und zu fragen, welche KünstlerInnen nach Reeds Meinung Sexualität überzeugend darstellen, warum Antony Hegarty vermutlich dazu gehört, welche Gefahren aber auch eine Übersexualisierung der Musik birgt.

Meiner Erfahrung nach wünschen sich Bands in Interviews nicht viel mehr als eine neue Herangehensweise an ein Thema, die auch die Bands überrascht und zum Nachdenken anregt. Das setzt natürlich eine umfangreiche Vorbereitung voraus und auch, sich mit den Menschen hinter den KünstlerInnen auseinander zu setzen.

Das zeigt sich immer wieder in den Interviews zu Interviews, aktuell und besonders in dem mit Herrenmagazin, das es demnächst hier gibt.

Die Sendung auf Byte.fm gibt es übrigens am Sonnabend Morgen 10:00 noch einmal.