Thom And The Wolves

Thom And The Wolves  – The gold in everything

Cover Straßenansicht BerlinThomas Bewernick verkörpert die geballte Musiker-Romantik: Er bringt sich selbst das Gitarrespielen bei. Später folgt er den Befehlen seines Herzens und reist als Straßenmusiker durch die Welt. Sein Debütalbum atmet die Ein-Mann-und-seine-Gitarre-Romantik in jeder Note und jedem Akkord. Die Texte erzählen vom Du versus Ich, von Beziehungen, Freundschaft und anderen Zwischenmenschlichkeiten. Die Folk-Akkorde der Gitarre ordnen sich dem erzählenden Gesang von Thomas Bewernick unter. Die Lieder kommen daher wie gesungene Tagebucheinträge, die in einer flüchtigen und unbeständigen Zeit dafür sorgen sollen, dass wenigsten die eigenen Gedanken und Erinnerungen bleiben.
Als Musiker nennt er sich Thom And The Wolves. Mag sein, dass er, als sich allein durchschlagender Musiker, gegen solche Wölfe kämpfen musste. Kann aber auch sein, dass er, als lonesome Straßenmusikant, sich mit den einzigen Geschöpfen, die ihn zuverlässig begleiteten, angefreundet hat. In jedem Fall schwingt im Wolf das Symbol des Kampfes mit, ob nun gegen die Feinde oder die Einsamkeit.

Thom rennt durch die StraßeDer Kampf ist ein leiser, innerer Kampf, der sich auf „The Gold in everything“ in ruhigen Liedern Bahn bricht. Es ist das Debüt des Berliner Thomas Bewernick. Es ist ein introvertiertes Folkalbum mit persönlichen Geschichten aber ohne Ironie, Bruch oder Überraschung.
Es wird heute, am 9. Februar, bei Solaris Empire veröffentlicht.


 

Marta Collica – Inverno

Marta Collica – Inverno


Cover Inverno Portrait Marta Collica
Es gehört immer ein wenig Mut dazu, allzu offensiv vom Wetter und der Witterung zu sprechen oder singen. Es könnte belanglos werden. Die italienische Sängerin Marta Collica hat nun ein neues Solo-Album veröffentlicht. Es heißt ‘Inverno’, Winter.
Mit belanglos hat das aber nichts zu tun, sondern eher mit dem Alltäglichen, dem, was unausweichlich und immer zum Leben gehört. Denn die Sängerin erzählt in wunderbar, warmen Popsongs auf Englisch und Italienisch von den Erlebnissen und Erfahrungen, die sie in den vergangenen Jahren gemacht hat. Aber auch von Sorgen und Unsicherheit, die sie umtreibt. Sie persönlich. Und damit tritt sie einen Schritt zurück näher an sich heran. Zurück von der John Parish Band und den gemeinsamen Projekten, die sie mit dem australischen Musiker Hugo Race bestritten hat: Sepiatone und True Spirit. In denen ist Marta Collica als Mitglied natürlich ein Teil des Ganzen. In ‘Inverno’ steht sie nun wieder selbst im Mittelpunkt. Zum dritten Mal nach der Veröffentlichungen ‘Pretty and unsafe’ ‘und ‘About anything’.
Wenn der Winter so schön wird, wie das Album, dann blicke ich optimistisch auf das Ende des Sommers.

Das Album wird am 1. September 2017 veröffentlicht.


Robots do cry

Almost Charlie – A different kind of here

„Robot“ funktioniert auf viele Weisen. Es ist die erste Videoveröffentlichung zum aktuellen Album von Almost Charlie „A different kind of here“. „Robot“ funktioniert, weil Almost Charlie ein ungewöhnliches Gespann sind. Der Berliner Singer/Songwriter Dirk Homuth meldet sich 2003 auf eine Anzeige des US-amerikanischen Lyriker Charlie Mason. Seitdem arbeiten sie als Almost Charlie zusammen, ohne sich je getroffen zu haben, und „A different kind of here” ist ihr viertes Album.

(c) Markus Altmann
(C) Markus Altmann
(C) Jasmin Baumann
(C) Jasmin Baumann

 

 

 

 

 

 

 

„Robot“ funktioniert, weil es die Lyrik, das Erzählen von Geschichten und den zurückgenommenen Folkpop der Bandmitglieder verbindet. Der gleichbleibend melancholische Gesang erzählt vom mechanischen Herzschlag unserer technischen Helfer. Durch deren Kreisläufe fließt Strom wie bei uns das Blut. In ihrer Kunststoffhülle lässt sich ein Gesicht erkennen. Und „and robot’s all we are“… ist dann als Technik-kritisch oder-verliebt zu lesen?
Weder noch. Denn hier kommt eine weitere Weise dazu, auf die „Robot“ funktioniert: das Video. Es macht das Lied zu einer Geschichte, die jeden ans menschliche oder mechanische Herz zu legen ist.

Video gezeichnetes HochzeitspaarIn hinreißenden Zeichnungen blättert das Video durch das Fotoalbum eines gemischten Paares: Humanoid und Roboter. Hochzeit, Urlaube, Strand, Liebe. Und immer wieder die resignierte Feststellung „and robot’s all you are“ und doch geht es mit der Liebe. Erst einmal. Für eine Weile…
Dieses bezaubernde filmisch-musikalische Stück ist das Herzstück von „A different kind of here“ und ein Wegweiser zu den restlichen 11 Liedern, die ebenso liebevoll erzählte Fragmente des Lebens enthalten. Das Album ist am 17.6.2017 via Words on music erschienen.


 

La Tourette – The Great Mickey Mouse Swindle

La Tourette – The Great Mickey Mouse Swindle

Bandfoto LaTouretteMickey Mouse ist eine Lüge. Sie verkörpert Moral, das Gute und Anständige. Alles, was verdorben und niederträchtig ist, ist nicht in ihr. Das ist in den Panzerknackern. Diese Polarität ist fern jeder Realität. Die Realität hat verschwommene Grenzen. Die Realität hat La Tourette. Hier treffen HipHop-Beats auf düster-kräftigen Gesang. Rumba-Rhythmen auf menschliche Abgründe.
Diese Vielfalt und auch Widersprüche sind die Stärke von La Tourette, sowohl textlich als auch im Klavierspiel von Tonia Reeh. Zusammen mit Rudi Fischerlehner am Schlagzeug lassen sie sich von afrikanisch-tribaler Musik, von Jazz und HipHop inspirieren, überführen die Einflüsse in Rock und heraus kommt das sehr gute Album The Great Mickey Mouse Swindle. Es ist diese Woche auf Solaris Empire erschienen.


Sofia Härdig CD-Tipp

Sofia Härdig- “And the street light leads to the sea”

Seit mittlerweile vier Alben liefert die Schwedin Sofia Härdig Industrial-Rock , elektronisch angehaucht und mit ihrer einzigartigen kräftigen Stimme. Mit dieser kompromisslosen Mischung steht sie in einer Reihe mit PJ Harvey oder Sonic Youth.  Ihr dunkler, fordernder Gesang gibt den Liedern eine düstere oder wahlweise auch sexy Stimmung. Sexy Electronica, wie sie es gerne selbst bezeichnet. Heute erscheint Ihr viertes Soloalbum „And the street light leads to the sea“ auf  Solaris Empire.