Interviews über Interviews – Zitat 2

Hier noch ein Zitat aus dem Zweiten Band von Interviews über Interviews:

 

“Für so eine kleine Ecke mit einem kurzen Steckbrief reicht vielleicht schon das Internet. Für ein Interview ist man aber schon verpflichtet, ein interessanteres Gespräch zu führen, vielleicht auch mal provokante Fragen zu stellen, die vielleicht erst einmal nichts mit der Band zu tun haben.”

(Tim Neuhaus)

 

Interviews über Interviews Band 2 – Ist da

Interviews über Interviews geht in die 2. Runde.

InhaltsverzeichnisVor genau einem Jahr konnte ich Euch einen ersten Schwung Interviews über Interviews präsentieren. Jetzt liegt ein Jahr weiterer wunderbarer Gespräche und Treffen hinter mir. Das Ergebnis gibt es in Band 2. Das Buch kann in der ersten Woche nach Erscheinen kostenlos und danach für 4,49€ herunter geladen werden.
Hier noch ein kurzer Blick ins Inhaltsverzeichnis.

In den kommenden Tagen gibt es hier einige tragende Zitate.
Eines könnte zum Beispiel das folgende von Björn Sonnenberg von Locas in Love sein:

“Der PR-Profi sieht in einem Interview eine Möglichkeit, sein neuestes Produkt anzupreisen. Das tun wir heute bei dem Gespräch nicht.

Wir versuchen nicht, die knalligsten Sätze unterzubringen, die uns helfen, mehr CDs oder Konzertkarten zu verkaufen. Du bist ebenfalls erstmal ergebnisoffen und überlegst nicht schon beim Gespräch: Was sind die knalligen Slogans, mit denen Du Deinem Redakteur das Interview als besonders originell verkaufen kannst?”

 


Das Buch gibt hier:
amazon
iBooks

 

 

Interview mit Elton John

Im (noch) aktuellen Zeit-Magazin vom 12.04. ist ein mehrseitiges Interview mit Elton John abgedruckt.
Nun kann man mit Elton John auch durchaus über Vieles reden und mehrere Seiten füllen. Und so ist das Interview angelegt: Eine Retrospektive – ein Rückblick auf fast ein halbes Jahrhundert Musikkarriere in ca. einstündigen Interview. Es liest sich sehr gut und ist unterhaltsam. Es zeigt Elton John beim Versuch, ein normaler Vater zu sein und sich auf das Normalitätslevel seiner Fans zu stellen. Das ist das Beste an dem Interview, das Thema eher zweitrangig. Dieses Übermaß an Inhalt, das es eröffnet, kann nur ein Aufhänger für ein Gespräch sein, aber kaum ein Leitfaden für das Interview. Es müsste viel enger gefasst sein, um ein Interview zum Thema daraus zu machen. So ist es ein Interview zur Person – ein sehr schönes. Fast schon portraitierend zeigt es Elton John nämlich auch noch als sehr routinierten und gelassenen Antworter. Nicht umsonst lässt er seinen Sohn nicht ganz aussperren. Nicht umsonst lässt er sich zu Fragen zu seiner Partnerschaft nicht aus dem Konzept bringen, sondern antwortet genau an der Grenze, die Einblick in sein Privatleben gewährt aber nicht unbedacht ausplaudert.

Für den Künstler ist diese Interview-Routine vielleicht unerlässlich, auf jeden Fall sehr komfortabel. Um sie zu bekommen, ist auch keine jahrelange Medienerfahrung notwendig. Manchmal reicht schon eine Strecke von Interviews zum aktuellen Album, um auf wiederkehrende Fragen klar antworten zu können. Das hatten mir Locas in Love übrigens im Interview erklärt. Mit Tim Neuhaus und seinem Support ByeBye habe ich vergangenen Montag in einem weiteren Interview über Interviews über diese Routine gesprochen.

Ich hatte diese Woche noch einmal Gelegenheit, die Routine im Interview als Thema aufzugreifen: Mit Die Heiterkeit, die ich am Mittwoch getroffen habe.

Gerne habe ich mit ihnen diskutiert, ob die Routine nur für die Bands von Vorteil ist oder auch für die Journalistin und wo die Grenze zur bloßen Wiederholung von Antworten ist.