Empfehlung: Tocotronic-Interview auf laut.de

Tocotronic Interview auf laut.de

Dirk von Lowtzow auf der Bühne

„Wörter sind nur Wörter und trotzdem nicht zu verachten“ – So wie sie hier zusammentreffen bereiten sie jedoch Vergnügen und stiften Sinn. Ohne ins übermäßige Interpretieren zu verfallen, möchte ich doch noch auf das Interview mit Tocotronic auf laut.de hinweisen.

 

Ja, es geht um „Wie wir leben wollen“.

Ja, es geht um das Cover – genauer um die Handschrift darauf.

Und ja, es geht auch um die Smiths.

Bemerkenswert daran ist das:

Der erste Teil des Interviews beschäftigt sich mit Interviewt-Werden. Und es findet sich bestätigt, was Dirk von Lowtzow mir im Interview über Interviews erzählte. Zusammen lassen sich die wesentlichen Punkte aus beiden Interviews wie folgt:

-       Zunächst ganz allgemein: Tocotronic sind von Interviews nicht genervt, sondern spulen sie routiniert und geballt als Pressetage zu jedem Album ab;

-       Sie sehen Interviews aber auch als Teil ihres Jobs und „legen nicht unbedingt Wert auf gesteigerte Öffentlichkeit“;

-       Sie gestehen den InterviewerInnen zu, dass ihr Job nicht der einfachste ist und dass es nicht immer leicht ist, ein Gespräch zum Laufen zu bringen bzw. die richtigen Fragen zu stellen;

-       Sie räumen ein, dass es häufig das Missverständnis seitens der JournalistInnen gibt, die Lieder bedürften einer Erklärung oder Interpretation – wo sie aber eigentlich für sich sprechen sollen.

Interessant ist im Laut.de-Interview auch die Frage, ob und wie sich Themen durch Pressetexte vorgeben lassen.

Laut.de (Tocotronic-Interview)

„Ist dabei auch schon ein Kampf um die Deutungsrichtung des neuen Albums da? Ihr habt vorab vor allem die besondere Aufnahmetechnik und die verwendeten Instrumente in den Vordergrund gestellt: Dass das jetzt was Neues war, was Besonderes, auch für euch natürlich.

DvL: Also, wir haben es nicht so in den Vordergrund gestellt. Ich glaube, es ist für viele Journalistinnen und Journalisten eine gute Geschichte oder ein guter Aufhänger, weil es sehr sehr schwierig ist, über Musik zu schreiben und Worte dafür zu finden.

Ja gut, aber in Vorabaussendungen eurer Plattenfirma wurde diese Aufnahmetechnik in den Vordergrund gestellt. Und die Berichterstattung der Presse hat das aufgegriffen. Was war zuerst da?“

Ich habe darüber im November mit Sten und Suzie von Klee gesprochen, wo sich das so anhörte:

Peterfrau.de

Überrascht es Euch, wie gut so eine Steuerung über zum Beispiel Presseinfos funktioniert?

Suzie: Naja, so überraschend ist das eigentlich nicht. Was Du auf Deine Speisekarte schreibst, triggert eben auch den Appetit Deiner Gäste…

Sten: …Ich sehe das eher als Hilfestellung. Die Journalisten haben vielleicht gar nicht unbedingt die Zeit, sich über die Nouvelle Vague zu informieren, obwohl es auf unserem letzten Album Verweise darauf gibt. Zu dieser Filmtheorie geben wir dann noch ein paar Informationen an die Hand. Das soll nicht heißen, dass unbedingt darüber geredet werden muss.

Suzie: Das kannst Du aber auch anders sehen und sagen: Klar, möchte ich, dass Klee mit der Nouvelle Vague verbunden werden. Wir hätten auch schreiben können: „Hey, den Wilden, Wilden Westen findet man in Lied 6 und 8“ oder etwas Ähnliches. Und dann hätte das drin gestanden.

Das wäre vielleicht ganz interessant, mal so ein Gaga-Info zu schreiben. Da kannst Du dann herausfinden, inwieweit das Hilfestellung oder Manipulation ist – quasi am eigenen Leib und Werk.“

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